Harte Zeiten – Abstinente Zeiten

4. Februar 2010

4 Tage sind jetzt vergangen seit wir aus dem Reich des Koffeins verbannt wurden, obwohl Jonas schon am 2. Tag der Verlangung nicht mehr standhalten konnte kämpfen Peter und ich tapfer weiter. Mal geht es aufwärts, mal abwärts mit der Stimmung und man sieht auch an unserem Verhalten, dass irgendetwas fehlt.


So wollte zum Beispiel Peter gestern aus seiner Fanta trinken obwohl der Deckel noch drauf war, wahrscheinlich sah es im Wahn so aus als wäre es eine Cola-Flasche und er schnappte gierig nach ihr. Ich holte ihn aber in die Realität zurück, es war nur Fanta, es war noch bedeckelt.
Ich konnte gestern auch einen „Hänger“ bei mir beobachten, als ich versuchte eine CD falschrum in das Laufwerk zu legen und dann abzuspielen. Irgendwie wollte das einfach nicht funktionieren…

Am Dienstag merkte ich erst spät, dass mir die Pepsi fehlte, nach unserem Ausflug am „Wintersporttag“ der Schule (uuuh!) war ich so müde, dass ich abends um 21 Uhr schlafen ging. Das ist äußerst ungewöhnlich für mich, die Reaktion meiner Eltern, als ich sagte, dass ich ins Bett geh war „Bist du krank? – Ist dein Computer kaputt?“ Seltsam was ein Entzug so mit jemandem anrichten kann.
Am Mittwoch verbrachte ich da Latein ausfiel die komplette Hohlstunde im Aufenthaltsraum, auf dem Sofa sitzend und fast einschlafend, der einzige Faktor der mich wohl wach hielt, war die laute Musik die ich mir in die Ohren donnerte. In der Physikstunde danach war meine Motivation äußerst gering, zum Glück war das die letzte Unterrichtsstunde.
Heute war irgendwie alles relativ normal, aber ich glaube das wird sich morgen ändern, aber dazu jetzt noch nichts…

Peter schreibt Folgendes:

2/4/2010, Vierter Tag.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Das durfte ich bereits am Dienstag, dem zweiten Tag unseres Experiments beobachten, als ich vor dem unglaublichen Winter“sport“tag des HGG beschloss, mir einige Vorräte für den berühmten Russischen Winter anzulegen, und im heimischen Supermarkt spontan auf das Regal mit „Afri-Cola“ (im übrigen die Alternativcola meines Vertrauens) zulief. Ich schob das allerdings auf die morgendliche Müdigkeit und erfüllte am restlichen Morgen meine Pflicht an der Front.
Am darauffolgenden Mittag verspürte ich dann erste Nebenwirkungen des fehlenden Koffeinkonsums: Mittagsschlaf von 15-17 Uhr.

Der nächste Morgen, wir erinnern uns: ein Mittwoch. Der Mensch entscheidet mit den Füßen. Selbst, wenn er nicht bei Bosch arbeitet. Die Folge: ein Abstinenter schnorrt sich in der Großen Pause sein Koffeingeld und bemerkt dann, dass er ja trocken ist. Also beschließt er, sich Fanta zu kaufen.(Nicht nur das das Zeuch wirklich besser schmeckt als vor 5 Jahren, es gibt einem wenigstens noch nen Zuckerkick.

Es ist jetzt Donnerstagabend, ~20 Uhr.
Entzug ist hart. Ich sitze hier mit einem Glas Orangensaft, halluziniere von meiner letzten Cola und habe offensichtlich eingebildete Erinnerungen, wann, wie und wo ich das letzte Mal vor einem Automaten stand – und Fanta gekauft habe… Mein Zeitgefühl verschwimmt zunehmend, ich verwechsle Heute mit Vorgestern und Übermorgen. Mal sehen, wie wir das Wochenende ohne Cola meistern.

gez. P

Jan antwortet auf Peters Erlebnisse:

Das mit den eingebildeten Erinnerungen kommt mir bekannt vor, Frank zeigte mir gestern einen Ausschnitt aus einem Video und ich war mir sicher, dass er mir dieses am Freitag schonmal gezeigt hatte. Dabei hatte er das erst seit Sonntag.

Oh du Koffein, was stellst du nur mit uns an!

Bis demnächst!

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