Pwnage @ Feldweg

8. Dezember 2009

Neulich geschah wieder unverhofftes beim meinem (beinahe täglichen) Spaziergang mit dem Hund. Da jene Spaziergänge selbstredend meist auf den in unserer Umgebung zahlreichen Feldwegen durchgeführt werden, lasse ich meinen Gedanken freien Lauf. Daher denke ich an alles nur nicht an den Verkehr.

An jenem schicksalhaften Tag befand ich mich auf einem Feldweg, in dem die Einfahrt für normalsterbliche nicht gewährt war: Landwirtschaftlicher Verkehr frei. Da ich als begeisterter Fahrschüler aufgeklärt bin, wie landwirtschaftlicher Verkehr auszusehen hat, wich ich nicht zur Seite, als sich plötzlich ein 5er-BMW hinter mir materialisierte.

Nach mehrmaligem betätigen der Schallwarnanlage seitens der BMW-Fahrerin, missachtete ich jenes, so wie sie das Einfahrtsverbot und stopfte mir so ignorant ich nur konnte Kopfhörerimitate in meine Ohren. Das missfiel der klugen Frau äußerst und logischerweise hörte sie nicht auf zu Hupen, ich hatte ja Kopfhörer im Ohr, klar oder?

Nachdem ich meinen Hund beruhigt hatte – die Benutzung von Schallwarnanlagen hat bei manchen Hundeartigen wutattackenähnliche Anfälle zur Folge, welche sich meistens durch lautes Bellen und Grunzen äußern -, konnte ich einen Blick auf die, mittlerweile durch eine rötliche Schwellung, hässliche Mimik der Fahrzeugführerin erhaschen. Wunderbar. Ein leises Klickgeräusch fing nun an vom BMW herüberzuschallen, sie hat doch tatsächlich den Blinker angeschaltet und fing an periodisch Lichtimpulse mit ihrem Fernlicht an meinen Rücken zu richten. So schlenderten Hund und Herrchen, von einem bunt blinkenden und hupenden BMW gefolgt, ganz gemächlich einen nur für landwirtschaftlichen Verkehr freigegebenen Feldweg entlang. Was muss das für ein herrlicher Anblick gewesen sein?

Da Würste und Straßen dummerweise meistens zwei Enden haben steuerte ich unwiderbringlich auf eines zu, welches ich nach geschätzten drei Minuten und einer Entfernung von 200 Metern nun endlich erreichte. Da ich mir ja noch nicht schlüssig war, wohin ich weiterschlendern sollte, stand ich an der Einmündung und überlegte, welche Richtung ich einschlagen soll. Die Dame im BMW hatte zwei Möglichkeiten:

  • noch ungefähr 10 Sekunden warten und das Blut ihrer bald platzenden Schläfenader modisch im Fahrzeuginneren zu verteilen, oder
  • auszusteigen und mich anzuschnauzen.

Blöderweise ergab sich in dieser Situation letzteres, die Tür schwang auf und ich sah mich in Gedanken erwürgt und überfahren auf der Straße liegen. Nachdem ich einige Beschimpfungen über mich ergehen lassen habe, kam mir der glorreiche Einfall, die wütende Frau auf das – sich an beiden Straßenenden befindende (Gott sei dank!) – Verbotsschild aufmerksam zu machen. Sie dementierte heftigst, dass sie doch „auch landwirtschaftlich“ sei und dass ich aus dem Weg gehen solle, ich Vollidiot. Stille. Das Verkehrsschild und ich wurden mit einem Blick gemustert, der Überlegenheit ausstrahlen sollte. Ich musterte ihre äußerst „landwirtschaftlichen“ Stöckelschuhe, dennoch musterte Sie mich und das Schild weiter…

Und wie wir uns so musterten, sprach ich (für das Schild): „Nur weil Sie wie ein Bauer denken, sind Sie noch lange keiner.“, wich Richtung Heimat, hinterließ eine wütende Verkehrssünderin mit aufgeklappter Kinnlade und entschuldigte ich mich in Gedanken bei allen Landwirten dieser Erde.

Einen herzlichen Dank an Peter, der mich auf die Idee brachte diese Geschichte zu bloggen.

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