ABI-Phänomen VEGAS

23. Oktober 2009

Für außenstehende wie euch Außenstehende ist es oft ein Rätsel: Warum fahren die Markgröninger und andere -inger aus der Umgebung so auf das VEGAS, die Diskothek im Markgröninger Industriegebiet ab. Relativ gleichbleibender Musikstil (Soul, R’nB, sogenannte „Black Music“, die nicht zu verwechseln mit dem bestimmten metallischen Subgenre ist), kleine Tanzfläche, für eine Disco angemessene, aber trotzdem hohe Getränkepreise, Eintritt … das alles spricht ja nicht so sonderlich für diese kultige Institution. Es sei denn, es gibt eine ABI-Party des HGGs…

Nein, es ist bestimmt nicht die Disco an sich, die sie ausmacht, sondern das Auftreten der Besucher.

Abends VEGAS, davor REWE – so lautet die Parole vieler Abipartygänger. Nach meist eher weniger erfolgreich gerührten Werbetrommeln, scheinen sich doch genug Leute gefunden zu haben, welche aus der Umgebung meist in überfüllten Bussen, ortsansässige ABI-Atzen zu Fuß zum markgröninger REWE pilgern.

Diese Bierverkaufsanstalt wird dann von der Biervernichtungspartei bis zu 2 Stunden belagert und um Euros reicher, aber um Alkohol ärmer gemacht. Vorfreuden äußern sich meist durch Fußballstadion-Hupen, VEGAAAAAS-Gegröle und grinsenden, weil schon betrunkenen Abiturienten.

Während unsere Ältesten den Jüngeren billigen Kaliskayka-Wodka besorgen, geht es vor der Bierverkaufsanstalt rund: Man(n) gesellt sich meist in Alk-Circlepits zusammen um in dortiger Gemeinschaft einen gesunden Alkoholpegel zu erleichtern. Aufgrunddessen macht das VEGAS nämlich eigentlich Spaß.

Nach dem heutigen Biervernichten vor der Bierverkaufsanstalt ging es Richtung Bahnhof, der auf halber Strecke zwischen Disco und REWE liegt. Nach der Auffassung einiger Abiturienten sollte es dort nämlich Wodka geben. Dieser war durchaus vorhanden, wurde aber von irgendwelchen Metalheads bereits aus den Flaschen gesogen, die sich mittlerweile über Bockbier unterhielten. Ein freundlicher Gemeinderatskandidat, ebenfalls Abiturient, aus H., der unerkannt bleiben möchte, wehrte sich heroisch gegen Versuchungen, in weiblicher Begleitung das lokale Gebüschwachstum auf dem stillgelegten Bahnhof mithilfe von Urin zu unterstützen. Darauf zauberte er Whiskey aus seiner Jacke und ließ es sich und den anderen gut bekommen. Als die Gruppe dann mal wieder spontan anfing, Kniebeugen zu vollführen, kippte die Lage dramatisch:

Die ersten alkoholisierten Grinsefratzen kamen zum Vorschein, um sich, wie sie es ausdrückten, „cool vorzukommen“, „checkten“ sich die Fratzen bei jeder Gelegenheit ab. Was zur Hölle?

Genau, mit den großen roten Buchstaben „W“, „T“ und „F“ im Hinterkopf beschloss ich meinen Heimweg anzutreten. Als ich mich einige Meter von meiner Gruppe entfernt hatte – Gott sei dank war ich außer Reichweite von Frank, der mich sonst wahrscheinlich wieder angetanzt hätte – schrie Martin mir „Gute Nacht, Martin!“ in seiner sich tpisch für ihn überschlagenden Stimme hinterher. Ich antwortete logischerweise mit den selben Worten, auf die ich ein Echo zu hören vermeinte. Da dieses aber leicht rau war und von explosionsartigen Darmgasentleerungen untermalt war, konnte ich mir sicher sein, dass es von Gebüschdüngenden ABI-Partymenschen stammte. Auf dem Rückweg beobachtete ich einen Streifenwagen mit nicht sehr Glücklichen Polizeibeamten in der Front, aber um so fröhlicheren Partypeople im Fond, neben mir auf der Straße wippen… Ich spürte tiefste innere Zufriedenheit.

Eine Antwort to “ABI-Phänomen VEGAS”

  1. Max said

    „Ein freundlicher Gemeinderatskandidat, ebenfalls Abiturient, aus H., der unerkannt bleiben möchte, wehrte sich heroisch gegen Versuchungen, in weiblicher Begleitung das lokale Gebüschwachstum auf dem stillgelegten Bahnhof mithilfe von Urin zu unterstützen.“

    = Chri?

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